Kunst für Politik- Die Johannesburg Biennale

Hier sitze ich nun. In der Bibliothek des Zentralinstituts für Kunstgeschichte zwischen 550.000 Büchern und recherchiere für mein Referat über die Johannesburg Biennale. Ich bin auf der Suche nach Kultur und suche eine Antwort im Wirrwarr der Forschungsliteratur.

Südafrika, ein Land geprägt von Kolonialismus und Apartheid, rief 1995 das erste Mal eine Biennale ins Leben. Dazu muss man wissen, dass 1994  die ersten demokratischen Wahlen stattfanden und Nelson Mandela Präsident des Landes wurde
Warum veranstaltet man also ein riesiges Kulturfestival, wenn das Land doch sicherlich noch andere Hürden zu überwinden hatte?
Die Antwort wird mir, je mehr ich lese, immer klarer.
Man sah eine Chance den neuen Anfang zu zelebrieren und einen wirtschaftlichen Aufschwung zu vollziehen. Arbeitsplätze und Infrastruktur sollten geschaffen werden. Ausländische Investoren sollten angelockt werden. Das Land sollte im kompetitiven Umfeld der zeitgenössischen Kunstszene mithalten und sich behaupten können.
Alles schöne Vorstellungen. Kultur nahm eine ganz bestimmte Stellung ein. Sie war ein Mittel für die ansässige Politik sich zu etablieren und zu präsentieren. Kunst, um der Kunst Willen? Eher nicht.
Da verwundert es auch nicht, dass nur zwei Biennalen (1995 & 1997) stattfanden. Die Zweite wurde sogar früher geschlossen, angeblich wegen finanziellen Engpässen.
Die Biennalen in Johannesburg waren ein Projekt der Politik. Das Kunstfestival wurde genutzt um das Image aufzupolieren und die Attraktivität des Landes zu steigern.
Auch das ist eine #KultDef (Blogparade von Tanja Praske, bei der jeder mitmachen kann) Definition: Kunst für Politik.

Foto am 03.07.15 um 13.54PS: Entschuldige die schlechte Fotoqualität!

 

4 Gedanken zu “Kunst für Politik- Die Johannesburg Biennale

  1. Liebe Katharina,

    spontane Ideen sind manchmal richtig gut – vielen Dank für diesen knackigen Beitrag zu #KultDef, der zugleich ein Einblick ins Kunsthistorikerdasein ist – merci dafür!

    Zu meiner Blogparade #KultTipp aus 2014 gab es auch einen wunderbaren Beitrag über Kapstadt: http://www.genuss-touren.com/kapstadt-welt-design-hauptstadt-2014/
    Daniela von GenussTouren hat auch dieses Jahr über „Kultur in Südafrika“ bei #KultDef mitgemacht. Vielleicht sind da ja Anregungen für dich bzw. vielleicht kann sie auch eine Gesprächspartnerin für dich sein!

    Ja, im Zentralinstitut für Kunstgeschichte schrieb ich in weniger fünf Monaten die Hälfte meiner Diss. Tagtäglich tigerte ich hin, hortete die Bücher, schrieb und schrieb … tolle Atmosphäre. Ich mag am liebsten den traditionellen Lesesaal!

    Vielen Dank für deine kurzfristigen Gedanken zur und über Kultur!

    Herzlich,
    Tanja

    1. Liebe Tanja, vielen Dank für deine Geduld, ich weiß es ist etwas verspätet aber bei mich stapelt sich manchmal die Arbeit wir Bücher 😉
      Ja der Lesesaal ist wirklich sehr schön, ich bin da eigentlich auch am liebsten, aber da hat es heute über 30° das ist dann doch zu heiß 😉
      Vielen Dank für den Tipp, ich werde mir das auf jeden Fall ansehen!!

      Alles Liebe, Katharina

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *