The roaring 20s – Flüsterparty

Einmal wie The Great Gatsby feiern. Das ist möglich. In München findet jedes Jahr die Flüsterparty statt, eine Veranstaltung zu der ich schon seit 4 Jahren wollte und es im Februar nun endlich geschafft habe! Die Party ist im Stil der goldenen 20er – Divas, Dandys und die Münchner Bourgeoisie versammeln sich daher im Münchner Künstlerhaus am Lenbachplatz. Das Münchner Künstlerhaus war eigentlich als Empfangshaus für die Künstler der Münchner Glaspalastausstellungen geplant. Dieser befand sich gleich nebenan, dort wo heute der Alte Botanische Garten steht, allerdings brannte das Ausstellungsgebäude 1931 ab.

Das richtige Outfit

Was zieht man also bei einer 20er Jahre Party an? Glitzer? Geht eigentlich immer. Auf Amazon findet man ganz schön viele Glitzerkleider mit Fransen, allerdings sind diese meistens tailliert, das war in den 20ern nicht so. Gerade Schnitte waren angesagt. Die Frauen hatten sich gerade aus dem einengenden Korsett gelöst, die Haare kurz abgeschnitten und exzentrisches Make-up aufgelegt. Ganz typisch sind dünne, nach untergezogene Augenbrauen wie bei Marlene Dietrich und ein kleiner herzförmiger roter Mund. Auf den Augen selbst durfte man ruhig dick schwarz auftragen. Die Wasserwelle ist das wohl bekannteste Kennzeichen der 20er. Da ich meine eigenen Haare aber jetzt nicht einem Bubikopf opfern wollte, entschied ich mich für eine Wasserwelle und hochgesteckte Haare, um zumindest diesen leichten Kurzhaareffekt zu erzielen. Um eine Wasserwelle zu formen, bedarf es einer bestimmten Technik, die nicht jeder Frisör kann. Daher vereinbarte ich einen Termin beim Friseursalon Westflügel (Danke für den Tipp an meine Community!), die haben sich nämlich auf historische Frisuren spezialisiert. Ich war vollends zufrieden!

Jetzt hieß es nur noch das passende Kleid zu finden. Zum Glück ist eine sehr gute Freundin von mir Kostümforscherin und näht in ihrer Freizeit auch selbst Kleider. Schaut unbedingt mal auf Mariell’s Seite vorbei, HIER findet ihr eine ganze Bandbreite an ihren Arbeiten! Ich durfte mir von ihr einen asymmetrischen Peplos in schwarz ausleihen. Ja, das gab es damals wirklich und nicht nur in der griechischen Antike! Der Peplos besteht eigentlich aus zwei rechteckigen Tüchern die an beiden Schulterseiten gefibelt werden, die Seiten sind offen und werden nur zusammengeknotet. Darunter trägt man ein kurzes Unterkleid.

Flüsterparty im Münchner Künstlerhaus

Beim Künstlerhaus angekommen betraten wir ein wunderschönes Foyer mit Stuckarkaden und toskanischen Säulen. Im Erdgeschoss gibt es mehrere Räume, in denen gepokert und gespielt wurde. Im hintersten gab es noch eine Band, die spielte. Der Festsaal befindet sich im oberen Geschoss. Ausnahmslos jeder hat sich im Stil der 20er rausgeputzt, der Dresscode ist sehr streng. Nur zwei Frauen trugen ein modernes Abendkleid. Der große Saal ist noch originalgetreu gestaltet: Dunkles Parkett, orange-rote Wände und eine Empore von der man auf die tanzenden Leute hinabschauen kann. Eine Band spielte für die Gäste live. Wir tanzten und tanzten, Charleston konnte ich zwar nicht, aber egal! Kurz vor Mitternacht gab es dann aber einen Charleston-Kurs (die Schrittfolge ist gar nicht schwer und man lernt sie sehr schnell!). Dann der fulminante Höhepunkt des Abends: Zwei Burlesque-Tänzerinnen gaben ihre Show auf der Bühne zum Besten. Bis in die Morgenstunden tanzten wir auf auf dem glitzernden Konfetti, bis wir schließlich erschöpft in der U-Bahn nach Hause fuhren. Dann war diese Zeitreise auch schon wieder vorbei.

Die nächste Flüsterparty findet diesen Samstag am 15.2.2020 statt, aber es heißt schnell sein, die Karten sind heiß begehrt! 

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