Übers Heimweh

Hattet ihr schon mal Heimweh? Ich schon. Aber wenn ich mich versuche mich daran zu erinnern, dann sind die Gedanken verschwommen. Wie hinter einem dicken grauen Vorhang. Das liegt daran, dass ich eigentlich nie Heimweh habe. Richtiges Heimweh hatte ich nur dann, wenn ich mich bedrängt gefühlt habe, wenn mir alles zu viel war, ich nicht mit der Umgebung und der Situation klarkam, in der ich mich gerade befand. Ja, dann hat mich das Heimweh gepackt – aber es war immer nur ein kurzes Intermezzo.

Mich hat vor kurzem eine Nachricht erreicht, in der mir jemand geschrieben hat, er finde es krass, dass ich in München studiere. Weg von der Familie und meiner Heimat. Ein anderes Mädchen hat mir erst gestern geschrieben, dass sie nach München gezogen ist und ihre Heimat so sehr vermisst, dass sogar ihr Körper nicht mehr mitmacht und sie den Internisten aufsuchte.

Ich denke das einzige Mittel gegen Heimweh ist, sich am Ort, in dem man sich befindet, sein neues zu Hause zu schaffen. Wenn ich in einer fremden Stadt bin sage ich nie: „Gehen wir zurück ins Hotel?“ Ich sage immer: „Gehen wir zurück nach Hause?“ Denn zu Hause ist für mich der Ort, an dem meine Zahnbürste liegt.
Für mich ist München mein sicherer Hafen. Der Ort an dem ich meine Freunde gefunden habe. Der Ort an dem ich arbeite. Der Ort, der mich jedes Mal zum Lächeln bringt, wenn ich durch die Straßen laufe. Aber wenn ich umziehe, dann wird der nächste Ort mein sicherer Hafen. Als Student hat man vielleicht aber auch leichter reden, denn im Studium lernt man immer neue Leute kennen. Ich glaube Heimweh ist Kopfsache. Man muss das Positive eines Ortes sehen und schätzen lernen. Erst dann wird man vom Heimweh geheilt.

Auf Instagram habe ich euch gefragt, was bei Heimweh hilft. Das waren eure Tipps:

  • Arbeit
  • Spider Murphy Gang hören
  • Heimfahren
  • Essen von zu Hause kochen
  • Google Streetview
  • Video Call
  • Gratitude: sich glücklich schätzen für die Chance hier sein zu dürfen (wo auch immer das sein mag)
  • Viel zu tun hilft nicht zu denken
  • Ein Paket aus der Heimat schicken lassen
  • Die Welt entdecken, neue Dinge ausprobieren und dabei die Familie und Freunde zu Hause eifersüchtig machen 😉
  • Annehmen und darauf meditieren. Ist energetisch gesehen ein Muster im Wurzelcharka
  • Radio von zu Hause hören
  • Kerze an, Kuscheldecke, Sofa
  • Alte Fotos ansehen
  • Kommt nicht oft vor, aber ein Augustiner hilft. Das findet man sogar in den USA
  • Deutsche Podcasts
  • Stricken
  • Gitarre spielen dann ist die Welt wieder in Ordnung
Meine Heimatstadt Graz
Blick vom Grazer Schlossberg auf die Stadt

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